Environmental, Social and Governance
ESG steht für Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung), drei Dimensionen, nach denen die Nachhaltigkeit eines Unternehmens bewertet wird. ESG-Daten werden von Banken, Investor:innen und Lieferantenmanagement genutzt, um Risiken und Nachhaltigkeitsleistung zu beurteilen.
Corporate Sustainability Reporting Directive
Die CSRD ist eine EU-Richtlinie, die Unternehmen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet. Sie gilt ab 2025 für große Unternehmen (über 500 Mitarbeiter), ab 2026 für börsennotierte KMU und ab 2028 für nicht-europäische Unternehmen mit EU-Umsatz. Die Berichtspflichten folgen den ESRS-Standards.
European Sustainability Reporting Standards
ESRS sind die technischen Berichtsstandards zur CSRD, vergleichbar mit IFRS für die Finanzbuchhaltung. Sie definieren, welche Nachhaltigkeitsinformationen Unternehmen in welchem Format offenlegen müssen. Es gibt branchenübergreifende und branchenspezifische ESRS-Standards.
Greenhouse Gas Protocol
Das GHG Protocol ist der international anerkannteste Standard zur Messung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen. Es unterteilt Emissionen in Scope 1 (direkte Emissionen), Scope 2 (zugekaufte Energie) und Scope 3 (vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette).
Scope 3: Indirekte Emissionen der Wertschöpfungskette
Scope 3 umfasst alle indirekten Treibhausgasemissionen entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, von Lieferanten, Transport, Produktnutzung bis zur Entsorgung. Scope 3 macht bei den meisten Unternehmen 70 bis 90% der gesamten CO₂-Emissionen aus.
PCF: Product Carbon Footprint
#pcfProduct Carbon Footprint (Produktbezogener CO₂-Fußabdruck)
Der Product Carbon Footprint (PCF) ist die produktspezifische CO₂-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus, von Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung. Die Berechnung erfolgt nach ISO 14067 oder GHG Protocol (Scope 3 Kategorie 10/11). PCF-Werte werden zunehmend von Kund:innen und Ausschreibungen verlangt.
ISO 14067: Product Carbon Footprint Standard
ISO 14067 ist der internationale Norm für die Berechnung und Kommunikation des Product Carbon Footprint. Sie legt Methodik, Systemgrenzen und Kommunikationsanforderungen für produktbezogene CO₂-Bilanzen fest und ist Grundlage für CSRD-konforme PCF-Berechnungen.
DPP: Digitaler Produktpass
#dppDigitaler Produktpass (Digital Product Passport)
Der Digitale Produktpass (DPP) ist ein strukturierter, maschinenlesbarer Datensatz, der alle relevanten Informationen zu einem Produkt über seinen gesamten Lebenszyklus enthält: Materialzusammensetzung, CO₂-Fußabdruck, Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit. Er wird durch die EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR) ab 2027 schrittweise verpflichtend.
Ecodesign for Sustainable Products Regulation
Die ESPR (EU-Verordnung 2024/1781) ist die Rechtsgrundlage für den Digitalen Produktpass. Sie legt Mindestanforderungen an Nachhaltigkeit, Reparierbarkeit und Datentransparenz für Produkte fest, die in der EU in Verkehr gebracht werden. Batterien sind die erste Produktgruppe mit DPP-Pflicht (ab 2027).
Kleine und mittlere Unternehmen
KMU sind Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz unter 50 Mio. Euro (EU-Definition). Sustainista hat sich auf KMU spezialisiert, weil diese oft unter Nachhaltigkeitsdruck stehen (von Banken, Lieferanten, Regularien), aber kaum Zugang zu praxistauglichen Lösungen haben.
Life Cycle Assessment (Lebenszyklusanalyse / Ökobilanz)
Eine LCA (Lebenszyklusanalyse) bewertet die Umweltwirkungen eines Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus, von der Rohstoffgewinnung über Produktion und Nutzung bis zur Entsorgung. LCA ist die Basis für die PCF-Berechnung nach ISO 14067.
Circular Economy / Kreislaufwirtschaft
Kreislaufwirtschaft ist ein wirtschaftliches Modell, das darauf abzielt, Ressourcen so lange wie möglich im Wirtschaftskreislauf zu halten, durch Wiederverwendung, Reparatur, Refurbishment und Recycling. Der Digitale Produktpass ist ein zentrales Werkzeug für die Kreislaufwirtschaft.
Scope 1: Direkte Treibhausgasemissionen
Scope 1 umfasst alle Treibhausgasemissionen, die direkt aus Quellen im Eigentum oder unter der Kontrolle eines Unternehmens entstehen, etwa aus der eigenen Heizungsanlage, Produktionsöfen oder dem firmeneigenen Fuhrpark. Scope 1 bildet zusammen mit Scope 2 und Scope 3 die vollständige Treibhausgasbilanz nach GHG Protocol.
Scope 2: Indirekte Emissionen aus zugekaufter Energie
Scope 2 erfasst indirekte Treibhausgasemissionen aus dem Bezug von Strom, Fernwärme, Dampf oder Kühlenergie. Obwohl die Emissionen physisch außerhalb des Unternehmens entstehen, werden sie dem Verbraucher zugerechnet. Für viele Unternehmen ist ein Wechsel auf Ökostrom der schnellste Hebel zur Scope-2-Reduktion.
EU-Taxonomieverordnung: Klassifizierungssystem für nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten
Die EU-Taxonomie ist ein verbindliches Klassifizierungssystem, das festlegt, welche Wirtschaftstätigkeiten als ökologisch nachhaltig gelten. Banken und Investor:innen nutzen es, um Kapital gezielt in grüne Projekte zu lenken. Für Unternehmen bedeutet das: Wer CSRD-pflichtig ist, muss ausweisen, wie taxonomiekonform die eigene Geschäftstätigkeit ist.
Science Based Targets initiative
Die SBTi ist ein internationales Rahmenwerk, das Unternehmen hilft, Klimaziele wissenschaftlich zu verankern, ausgerichtet an den Pfaden des Pariser Abkommens. Ein SBTi-validiertes Ziel signalisiert Investor:innen, Kund:innen und Lieferanten, dass Klimamaßnahmen ernst genommen werden. Die Zertifizierung setzt eine strukturierte Emissionsbilanz nach GHG Protocol voraus.
Corporate Sustainability Due Diligence Directive
Die CSDDD (EU-Lieferkettenrichtlinie) verpflichtet große Unternehmen dazu, Menschenrechts- und Umweltrisiken entlang der gesamten globalen Lieferkette zu identifizieren, zu dokumentieren und zu beheben. Sie geht damit über die reine Berichtspflicht der CSRD hinaus und fordert aktives Handeln. Für österreichische und deutsche KMU relevant, wenn sie Lieferanten größerer Konzerne sind.
Batteriepass (Battery Passport)
Der Battery Passport ist ein digitaler Nachweis für Industrie- und Elektrofahrzeugbatterien, der ab Februar 2027 in der EU verpflichtend wird. Er dokumentiert Herkunft der Rohstoffe, CO₂-Fußabdruck, Recyclinganteil und Lebensdauer, maschinenlesbar und über QR-Code abrufbar. Sustainista bietet mit Battery Passport Light eine praxistaugliche Lösung für Hersteller, die die Anforderungen der EU-Batterieverordnung schnell erfüllen müssen.
Global Reporting Initiative Standards
Die GRI-Standards sind das weltweit am weitesten verbreitete Rahmenwerk für Nachhaltigkeitsberichte. Unternehmen nutzen sie, um ihre ökologischen, sozialen und governance-relevanten Auswirkungen strukturiert offenzulegen. Die GRI-Standards sind modular aufgebaut und werden häufig ergänzend zur CSRD-Berichterstattung eingesetzt, da sie international anerkannt sind.
Carbon Pricing / CO₂-Bepreisung
CO₂-Bepreisung ist ein marktwirtschaftliches Instrument, bei dem der Ausstoß von Treibhausgasen mit einem Preis belegt wird, entweder über eine CO₂-Steuer oder über Emissionszertifikate im Emissionshandel. Für Unternehmen bedeutet das: Emissionen haben einen direkten Kosteneffekt. Wer seinen CO₂-Fußabdruck kennt, kann gezielt gegensteuern und Wettbewerbsvorteile sichern.
EU Emissions Trading System
Das EU-Emissionshandelssystem (EU ETS) legt eine Obergrenze für zulässige Treibhausgasemissionen großer Industrie- und Energieunternehmen fest. Wer mehr emittiert als erlaubt, muss Zertifikate kaufen. Ab 2027 wird mit dem EU ETS 2 auch der Gebäude- und Straßenverkehrssektor einbezogen. Das schafft direkten Kostendruck und macht eine verlässliche Emissionsbilanz zur Pflicht.
Europäischer Green Deal
Der Europäische Green Deal ist das politische Leitprogramm der EU, das Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent machen soll. Er ist der Rahmen, aus dem CSRD, ESPR, EU-Taxonomie, CSDDD und Batteriepass entstanden sind. Wer die regulatorischen Entwicklungen der letzten Jahre verstehen will, kommt am Green Deal nicht vorbei.
Sustainable Development Goals / Nachhaltige Entwicklungsziele
Die 17 SDGs sind die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, verabschiedet 2015 mit Zielhorizont 2030. Sie decken Klimaschutz, Armutsbekämpfung, Bildung, Gesundheit und vieles mehr ab. In Nachhaltigkeitsberichten nach GRI oder CSRD werden Unternehmensbeiträge häufig den relevanten SDGs zugeordnet, um die gesellschaftliche Wirkung sichtbar zu machen.
Nachhaltige Finanzierung
Sustainable Finance bezeichnet die Einbeziehung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) in Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen. Banken vergeben zunehmend günstigere Kredite an Unternehmen, die ESG-Kriterien erfüllen. Die EU-Taxonomie ist dabei das zentrale Klassifizierungswerkzeug, das definiert, welche Aktivitäten als grün gelten.
Grüne Anleihen
Green Bonds sind Finanzierungsinstrumente, deren Emissionserlöse ausschließlich für umwelt- und klimafreundliche Projekte verwendet werden, etwa erneuerbare Energien, Gebäudesanierung oder nachhaltige Mobilität. Für Emittenten gilt: Die Nachhaltigkeitswirkung muss transparent nachgewiesen werden, oft auf Basis der EU-Taxonomie.
Gestrandete Vermögenswerte
Stranded Assets sind Vermögenswerte, die durch verschärfte Klimaregulierung oder gesellschaftlichen Wandel vorzeitig an Wert verlieren oder unrentabel werden, etwa Kohlekraftwerke, Ölreserven oder schlecht gedämmte Gebäude. Für Unternehmen und Investor:innen ist die frühzeitige Identifikation solcher Risiken ein zentraler Bestandteil von ESG-Strategien.
Extended Producer Responsibility / Erweiterte Produzentenverantwortung
EPR (Erweiterte Produzentenverantwortung) verpflichtet Hersteller, die Verantwortung für ihre Produkte auch nach der Nutzungsphase zu übernehmen, bei der Sammlung, Sortierung und dem Recycling. EPR ist eine der Triebfedern hinter dem Digitalen Produktpass, denn wer Produkte zurücknehmen muss, braucht verlässliche Informationen über Materialzusammensetzung und Recyclingfähigkeit.
Ökodesign / Umweltgerechte Produktgestaltung
Eco-Design bedeutet, Umweltaspekte bereits bei der Produktentwicklung zu berücksichtigen: Langlebigkeit, Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit, Schadstofffreiheit. Die EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR) setzt Eco-Design-Anforderungen schrittweise für verschiedene Produktgruppen verbindlich um und bildet die rechtliche Grundlage für den Digitalen Produktpass.
Eco-Management and Audit Scheme
EMAS ist das EU-Umweltmanagementsystem für Organisationen, die ihre Umweltleistung systematisch verbessern und öffentlich kommunizieren wollen. Eine EMAS-Registrierung geht über ISO 14001 hinaus, da sie eine externe Validierung und eine öffentliche Umwelterklärung erfordert. In der CSRD-Berichterstattung kann EMAS als Grundlage für bestimmte Nachweise dienen.
Corporate Social Responsibility
CSR bezeichnet die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen als freiwilligen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung, über gesetzliche Mindestanforderungen hinaus. CSR ist der Vorläuferbegriff zu ESG: Während CSR eher auf freiwillige Maßnahmen abzielte, setzt ESG auf messbare Kennzahlen und hat durch CSRD und Berichtspflichten eine gesetzliche Dimension bekommen.
Value Chain / Wertschöpfungskette
Die Wertschöpfungskette umfasst alle Stufen eines Produkts oder einer Dienstleistung, von der Rohstoffgewinnung über Produktion, Transport und Nutzung bis zur Entsorgung. Im Nachhaltigkeitskontext ist sie zentral für Scope-3-Emissionen: Der größte Teil der CO₂-Belastung eines Unternehmens entsteht typischerweise vor- und nachgelagert in der eigenen Wertschöpfungskette.
Global Warming Potential / Treibhauspotenzial
Das Global Warming Potential (GWP) gibt an, wie stark ein Treibhausgas im Vergleich zu CO₂ zur Erderwärmung beiträgt, bezogen auf einen Zeithorizont von 100 Jahren. Methan hat beispielsweise ein GWP von etwa 28. Bei PCF-Berechnungen und LCAs werden alle relevanten Treibhausgase auf Basis ihrer GWP-Faktoren in CO₂-Äquivalente umgerechnet.
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG)
Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG, seit 2023 in Kraft) verpflichtet Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitenden dazu, Menschenrechts- und Umweltrisiken in ihren Lieferketten zu prüfen und zu beheben. Es ist die nationale Vorwegnahme der EU-weiten CSDDD und betrifft auch österreichische Unternehmen, die in Deutschland tätig sind oder deutsche Konzerne beliefern.
Energieaudit nach EN 16247
Ein Energieaudit ist eine systematische Analyse des Energieverbrauchs eines Unternehmens oder Gebäudes. In der EU sind Nicht-KMU alle vier Jahre zu einem Energieaudit verpflichtet. Das Audit identifiziert Einsparpotenziale und ist häufig der erste konkrete Schritt hin zu einer messbaren CO₂-Reduktion nach Scope 1 und 2.
Natural Capital / Naturkapital
Naturkapital bezeichnet den Bestand natürlicher Ressourcen wie Böden, Wälder, Gewässer und Artenvielfalt, der die Grundlage wirtschaftlicher Wertschöpfung bildet. Im CSRD-Kontext ist Naturkapital durch die ESRS E4 (Biodiversität) und E3 (Wasser) relevant. Unternehmen werden zunehmend verpflichtet, Abhängigkeiten und Einflüsse auf das Naturkapital zu messen und offenzulegen.
Carbon Offsetting / CO₂-Kompensation
CO₂-Kompensation bezeichnet den finanziellen Ausgleich eigener Emissionen durch die Unterstützung von Klimaschutzprojekten anderswo, etwa Aufforstung oder Erneuerbare-Energien-Projekte in Entwicklungsländern. Wichtig zu wissen: Kompensation ersetzt keine echte Emissionsreduktion. Regulierungen wie die CSRD und die SBTi setzen klare Grenzen, was als Kompensation angerechnet werden darf.
Resource Efficiency / Ressourceneffizienz
Ressourceneffizienz misst, wie viel wirtschaftlicher Nutzen pro eingesetzter Einheit natürlicher Ressourcen (Rohstoffe, Energie, Wasser, Fläche) erzielt wird. Im Unternehmenskontext ist Ressourceneffizienz sowohl ein ökologisches Ziel als auch ein wirtschaftliches Argument: Weniger Materialeinsatz bedeutet direkt niedrigere Kosten und geringere Scope-3-Emissionen.
Climate Resilience / Klimaresilienz
Klimaresilienz beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens, eines Standorts oder einer Lieferkette, die physischen Risiken des Klimawandels zu antizipieren und zu bewältigen, etwa Extremwetter, Hitzestress oder Wasserknappheit. Die CSRD verpflichtet Unternehmen zur Offenlegung klimabezogener Risiken nach dem TCFD-Rahmenwerk. Klimaresilienz ist damit nicht nur ökologisches, sondern auch finanzielles Risikomanagement.
Umweltmanagementsystem (ISO 14001)
Ein Umweltmanagementsystem (UMS) ist ein strukturiertes Rahmenwerk, mit dem Unternehmen ihre Umweltauswirkungen systematisch erfassen, steuern und kontinuierlich verbessern. ISO 14001 ist der internationale Standard dafür. Ein zertifiziertes UMS erleichtert die CSRD-Berichterstattung erheblich, weil zentrale Daten zu Energie, Emissionen und Ressourcen bereits erfasst sind.