02 Circular Business

Battery Passport Light:
der digitale Batteriepass

Ab 18. Februar 2027 braucht jede Elektrofahrzeug-, LV- (E-Bike, E-Scooter) und Industriebatterie über 2 kWh, die in der EU in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen wird, einen digitalen Batteriepass (Art. 77). Bereits verkaufte Batterien brauchen keinen. Sustainista baut die Datenbasis dafür auf: pragmatisch, ohne eigene IT-Abteilung.

Entlang Anhang XIII der Batterieverordnung
Pflicht ab 18. Februar 2027
QR-Code & maschinenlesbar
Kein eigenes IT-Team nötig

Warum jetzt?

Der Batteriepass wird zur Marktzugangs­voraussetzung, nicht zur Kür.

Die EU-Batterieverordnung (Verordnung (EU) 2023/1542) ist seit dem 17. August 2023 in Kraft. Sie verpflichtet die Wirtschaftsakteure, die bestimmte Batterien in Verkehr bringen, Angaben zu Modell, Zusammensetzung, Leistung, Haltbarkeit und Entsorgung über einen digitalen, per QR-Code verknüpften Datensatz bereitzustellen: den Batteriepass. Verpflichtet ist in der Regel der Erzeuger nach Art. 3 Nr. 33; dazu zählt auch, wer Batterien fertigen lässt und unter eigener Marke vermarktet. Sorgfaltspflicht-, CO₂- und Rezyklatangaben kommen ab August 2027 schrittweise hinzu.

Betroffen sind:

  • Elektrofahrzeugbatterien (Traktionsbatterien): E-Autos, E-Transporter, elektrische Nutzfahrzeuge
  • LMT-Batterien (Light Means of Transport): E-Bikes, E-Scooter, E-Roller, unabhängig von der Kapazität
  • Industriebatterien über 2 kWh: stationäre Speicher, Maschinen, Kommunikationsinfrastruktur

Den Pass schuldet, wer die Batterie in Verkehr bringt. Händler, Leasinggesellschaften und Aufbereiter nutzen seine Daten beim Wiederverkauf, und wer eine Batterie umnutzt oder wiederaufbereitet und neu in Verkehr bringt, übernimmt die Verantwortung für den Pass (Art. 77).

Timeline im Überblick

DatumWas passiert
seit 18. Februar 2024EU-Batterieverordnung gilt
seit 18. August 2024CE-Kennzeichnung, Sicherheit stationärer Speicher (Art. 12), Unterlagen zu Leistung und Haltbarkeit (Art. 10 Abs. 1), Lesezugriff auf das Batteriemanagementsystem (Art. 14)
seit 18. August 2025Herstellerregister, Rücknahme und Symbol der getrennten Sammlung (Art. 13 Abs. 4)
seit 20. Juli 2026EU-Register für Produktpässe in Betrieb, mit Testumgebung und API; Batteriepässe registrierbar ab 18. Februar 2027
ab 18. Februar 2027Batteriepass und QR-Code für jede neu in Verkehr gebrachte LV-, Industrie- (über 2 kWh) und Elektrofahrzeugbatterie
ab 18. August 2027Sorgfaltspflichten in der Lieferkette für Wirtschaftsakteure ab 40 Mio. € Nettoumsatz (Art. 48, VO (EU) 2025/1561)
frühestens 2028allgemeines Etikett (Art. 13 Abs. 1), CO₂-Erklärung und Leistungsklassen für Industriebatterien (Art. 7), jeweils abhängig von noch nicht erlassenen Rechtsakten
frühestens Oktober 2028Dokumentation der Rezyklatanteile (Art. 8 Abs. 1)
ab 18. August 2031Mindestrezyklatanteile: 16 % Kobalt, 85 % Blei, 6 % Lithium, 6 % Nickel (Art. 8 Abs. 2)

Rechtsstand geprüft am 05.10.2026: Verordnung (EU) 2023/1542, konsolidierte Fassung vom 13.08.2026; Kommissions-FAQ Batterien, 1. Ausgabe September 2026. Keine Rechtsberatung.

Ein digitales Gedächtnis
für jede einzelne Batterie

Der Batteriepass ist kein einmaliges Zertifikat, sondern ein Datensatz, der über den gesamten Lebenszyklus der Batterie mitgeführt und aktualisiert wird, von der Rohstoffgewinnung bis zum Recycling. Zugänglich über einen QR-Code oder Datamatrix-Code auf der Batterie oder dem Endgerät.

Laut Anhang XIII und Art. 77 der Batterieverordnung umfasst der vollständige Datensatz rund 80 bis 90 Attribute, gegliedert in:

  • Allgemeine Batterie- und Herstellerinformationen: Modell, Seriennummer, Hersteller, Kategorie
  • Materialzusammensetzung & kritische Rohstoffe: Herkunft, Anteile, Recyclatgehalt
  • CO₂-Fußabdruck und Leistungsklasse: sobald die delegierten Rechtsakte gelten, frühestens 2028
  • Leistungs- und Haltbarkeitsdaten: Kapazität, State of Health, Ladezyklen, erwartete Lebensdauer
  • Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette: Sorgfaltspflicht-Nachweise, Herkunftsnachweise
  • Reparatur, Wiederverwendung, Recycling: Demontagehinweise, Second-Life-Eignung, Entsorgungsdaten

Die Speicherung erfolgt dezentral bei den verantwortlichen Wirtschaftsakteuren, nicht zentral bei der EU. Die Aktualisierungspflicht kann vertraglich an Dritte übertragen werden, etwa an spezialisierte Dienstleister wie Sustainista.

Beispiel: Battery Passport Light

Fahrzeug / E-BikeBeispielmodell
State of Health86 %
Kapazität47,2 kWh
Ladezyklen412
Wartungsstatusgeprüft
Nachweisstatusdigital dokumentiert
QR-Codeverfügbar

Für wen ist das relevant?

Produzenten von Industriebatterien & stationären Speichern

Industriebatterien über 2 kWh, darunter jedes stationäre Batterie-Energiespeichersystem, brauchen ab 18. Februar 2027 für jede neu in Verkehr gebrachte Einheit einen Pass, unabhängig vom Endkundensegment.

EV-Gebrauchtwagenhändler & Autohäuser

Der Akku entscheidet über Vertrauen, Preis und Wiederverkaufswert eines gebrauchten E-Autos. Ein digitaler Batteriepass mit State-of-Health-Daten macht diesen Wert erstmals objektiv nachvollziehbar, statt reiner Verkäuferaussage.

E-Bike-Refurbisher & Verleihbetriebe

Saisonale Rückläufer, Leasingrückläufer, Verleihflotten: Akkuzustand ist das zentrale Verkaufs- und Vertrauensargument beim Weiterverkauf. Ein strukturierter Nachweis ersetzt das bisherige "vertrauen Sie mir".

Leasinggesellschaften & Flottenbetreiber

Restwertbestimmung, Rückgabeprozesse und Zweitverwertung von E-Fahrzeugflotten brauchen belastbare, prüfbare Batteriedaten, nicht erst ab 2027, sondern schon heute als Wettbewerbsvorteil.

Für Hersteller stationärer Speicher

So sieht ein veröffentlichter Speicherpass aus.

Ein Demopass für ein ortsfestes Batterie-Energiespeichersystem (LFP) mit Signatur, Versionshistorie und den Feldern, die Anhang XIII für Industriebatterien verlangt, darunter Round-Trip-Wirkungsgrad, Standby-Verluste und Zustandsdaten. Hersteller, Modell und Messwerte sind Demonstrationsdaten.

Den Zugang zur Live-Demo richten wir im Erstgespräch ein: Termin vereinbaren oder per E-Mail an stefan.bauer@sustainista.net.

Für Händler, Refurbisher und Produzenten ohne eigene Compliance-Abteilung

Batteriepass-Check: Sind Sie ready für 2027?

Kostenloser Selbstcheck: direkt zum Download, ohne E-Mail-Adresse, ohne Anmeldung. In wenigen Minuten herausfinden, ob und in welchem Umfang Ihr Unternehmen von der Batteriepass-Pflicht betroffen ist und wo aktuell die größten Datenlücken liegen.

Zum Batteriepass-Check

Leistungsumfang

Was Sie erhalten

Betroffenheitsanalyse

Klärung, ob und welche Ihrer Produkte unter EV-, LMT- oder Industriebatterie-Kategorie fallen und welche Fristen für Sie konkret gelten.

Datenaudit & Lückenanalyse

Wir erheben, welche der ca. 80 bis 90 geforderten Attribute bereits vorhanden sind (aus ERP, Lieferantendaten, Prüfprotokollen) und wo Lücken bestehen.

State-of-Health- & Zustandsdokumentation

Strukturierte Erfassung von Kapazität, Ladezyklen und Batteriezustand als Verkaufs- und Vertrauensargument, insbesondere für Gebrauchtfahrzeuge und Refurbishment.

Lieferantendaten-Prozess

Standardisierte Abfrage von Material- und Herkunftsdaten bei Zell- und Batterieherstellern, automatisiert statt manuell per E-Mail.

QR-Code & digitale Bereitstellung

Technische Umsetzung des Passes inklusive QR-Code-/Datamatrix-Verknüpfung und gestuftem Zugriff für Käufer:innen, Werkstätten und Behörden.

Fördercheck

Prüfung, ob die Umsetzung über aws, FFG oder Landesförderungen mitfinanziert werden kann.

Vorgehen

Von der Betroffenheit
zum veröffentlichten Pass.

01

Betroffenheit & Scope klären

Welche Batterien, welche Fristen, welche Datenpunkte betreffen Sie konkret.

02

Datenaudit

Vorhandene Daten aus ERP, Lieferantenunterlagen und Prüfprotokollen erfassen, Lücken sichtbar machen.

03

Datenmodell aufbauen

Strukturierte, EU-konforme Datenbasis je Modell-, Batch- und Item-Ebene.

04

Pass erstellen & veröffentlichen

QR-Code-verlinkter Batteriepass, bereit für Käufer:innen, Werkstätten und Behörden.

Laufend

Aktualisierung

State-of-Health, Ladezyklen und Zustandsdaten werden über den Lebenszyklus der Batterie fortlaufend aktualisiert.

Einordnung

Der Batteriepass ist der erste verpflichtende Digitale Produktpass.

Die EU führt den Digitalen Produktpass schrittweise über Produktkategorien ein. Batterien kommen zuerst: Ab 18. Februar 2027 greift die Pflicht nach EU-Batterieverordnung 2023/1542, während Textilien, Elektronik und Möbel über die ESPR erst zwischen 2027 und 2030 folgen.

Technisch ist ein Batteriepass damit kein Sonderfall, sondern die erste scharf gestellte Ausprägung derselben Infrastruktur: dieselbe Datenstruktur, dieselbe API, derselbe QR-Code-Mechanismus. Wer den Batteriepass sauber aufsetzt, hat die Grundlage für alle weiteren Produktkategorien bereits gelegt.

Preise

Dieselben Konditionen
wie für jeden Digitalen Produktpass.

Ein Batteriepass ist technisch eine DPP-Veröffentlichung und wird genauso abgerechnet. Kein Aufschlag, keine eigene Preisliste. Die Tarife nennen wir auf Anfrage.

Free

5 Batteriepässe zum Kennenlernen, ohne Jahresvertrag.

Core

Produktivbetrieb mit REST-API, Massenimport und Versionshistorie.

Enterprise

Größere Portfolios, Rollen und Governance, SAP-Connector als Add-on.

Die Veröffentlichung wird nutzungsabhängig und gestaffelt verrechnet: die ersten 5 kostenlos, danach sinkt der Preis je Pass mit wachsendem Volumen. Für bereits veröffentlichte Pässe fällt keine wiederkehrende Gebühr an.

Die Einrichtung läuft über uns, nicht über ein Anmeldeformular.

Es gibt keine Selbstregistrierung. Wir richten Ihren Zugang, die Datenstruktur für Ihre Batteriekategorie und die technische Anbindung gemeinsam im Erstgespräch ein, inklusive der Frage, welche Pflichtfelder Sie heute schon liefern können und wo noch Daten fehlen. Erst danach entstehen laufende Kosten.

Vollständige Preisübersicht und SAP-Anbindung

Forschungsbasis

Aus dem Forschungsprojekt PACE-DPP.

Sustainista ist Konsortialpartner von PACE-DPP, koordiniert von Virtual Vehicle und gefördert von BMK, FFG, BMWK und DLR-PT. Aus diesem Projekt stammt die Fachpublikation „Datenbasierte Infrastruktur für zirkuläre Geschäftsmodelle“ in der ATZ (Automobiltechnische Zeitschrift), Ausgabe 5/2026 (Springer Fachmedien), mit Fokus auf die batteriewirtschaftliche Anwendung ab 2027.

15 Partner & Institutionen

Vertraut von führenden Unternehmen, Fördergebern und Institutionen

Vienna Business AgencyMicrosoft for Startups
Google
InfineonÖBBA-TrustResearch Studios AustriaAI Factory AustriaBundeskanzleramtÖkobusiness WienACREDIAOeKB ESG Data Hub
Bund Europäischer Jugend
ViennaUPÖGIG

FAQ

Häufige Fragen zum Batteriepass

Kontakt

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stefan.bauer@sustainista.net

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